Was hat Bücher kaufen mit dem Alter zu tun?

Zum Stadtbummel gehört ein Abstecher in die Buchhandlung dazu. Zwar ohne Absicht mal wieder Bücher zu kaufen, doch ich kann es nie Ausschließen. Den Blick über die Regal streifen lassen und bei den Neuauflagen hängen bleiben. Besonders interessant wird es, wenn ich mich angesprochen oder abgeholt fühle. Wenn sich ein Autor exakt zu meinen Gedanken in die Thematik vertieft, möchte ich das Buch auch lesen. Mich in den Zeilen finden …

Bücher kaufen für sensible Lebensfragen?

Es ist interessant zu Beobachten, für welche Bücher sich immer mehr (Frauen) interessieren und welche Literatur einen immer größeren Raum einnehmen. Nicht nur einen geistig Raum, auch in den Regalen der Buchhandlung benötigen sie mehr Platz. Spirituelle Themen, wie Sensibilität, Achtsamkeit oder Selbstheilung lösen Romane und Bildbände ab. Das Angebot richtet sich hier sicherlich nach der Nachfrage. Sinnlichkeit und feinfühlige Gedanken machen Bücher zu Bestsellern, die nicht mehr verloren im Eckregal stehen, sondern den prominenten Platz im großen Regal benötigen. Die Buchhandlungen mussten sich komplett neu organisieren und die Bücherregale neu ordnen. Neben Büchern zu Lebensfragen nehmen Kochbücher den größten Raum ein.

Ein Leben ohne Bücher – Minimalismus im Bücherregal?

Erstmal in der Buchhandlung angekommen, ist es vorbei mit dem Vorsatz, auf das Bücher kaufen zu verzichten. Das letzte Buch, über Minimalismus von Marie Kondo, hat mich so begeistert, dass ich bereits mit Aussortieren begann. Ich bin hier sicherlich nicht alleine. Das Buch ist in aller Munde und muss gelesen werden… Doch ist das Bücher kaufen nun vom Tisch?
Ich gehöre zu den Frauen, die gerne das gedruckte Exemplar besitzt. Es hat für mich etwas sinnliches und beruhigendes. Natürlich steht das Buch dann wieder im Regal, aber oft genügt ein Blick darauf, um sich an einige Zeilen zu erinnern. Dann nehme ich es gerne wieder zur Hand und bleib an dem einen oder anderen Artikel hängen. Auch meine Art, mit einem Buch zu arbeiten, bedarf das gedruckte Exemplar. Mit Bleistift, Kuli oder Eselsohren markiere ich mir Passagen oder Seiten. Zwar hatte ich gelernt, in einem Buch wird nicht gekritzelt, doch mit einem innerlichen Grinsen mache ich es heute allzu gerne.

Ist das eBook eine Frage des Alters?

Auf mich trifft es zu 50 % zu. Ich bin keine eBook-Gegnerin, denn fachliche eBook (z. B. Nischenseiten-eBook von Peer Wandiger) lese ich sehr gerne auf dem Computer. Doch gerade weil ich viele Stunden des Tages am Bildschirm lese, ist private Literatur auf dem Papier um so erholsamer zu lesen. Ich kann mir nicht vorstellen, ein Buch per Reader im Bett zu lesen, doch ein gedrucktes Buch zu lesen gehört zu meinem abendlichen Ritual. Also doch eine Frage des Alters oder gar der Generation Ü50/Ü60? Ich denke schon.

Der Wert des Buches macht sich nicht nur am Inhalt fest. Der Titel, die Aufmachung und das Fühlen spielt beim Kauf eine entscheidende Rolle. Ich vertiefe mich nun mal gerne in ein Buch und lass mich emotional fesseln, was ich mir beim Lesen auf dem Bildschirm so gar nicht vorstellen kann. Für mich hat das Buch einen weiteren Vorteil. Es behandelt das Thema  gebündelt und ich kann das Wissen seitenweise abrufen. Mal schnell ein Blick nach vorne oder auch zurück, das genieße ich am gedruckten Buch.

Wie geht es Euch damit?

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